Training medialer Zeichenkompetenz im Kindergartenalter
Author(s) / Creator(s)
Hunze, Marie Sophie
Freudenberger, Franziska
Gerigk, Yvonne
Ohler, Peter
Nieding, Gerhild
Abstract / Description
Die Projektergebnisse liefern wichtige Beiträge zur Entwicklung der medialen Zeichenkompetenz (MZK), einer Vorläuferfähigkeit von Medienkompetenz, im frühen Kindesalter. Dafür wurde ein tablet-basiertes Trainingsprogramm entwickelt, bestehend aus 10 Lernspielen mit der pädagogischen Agentin „Kora Koala“. Das Programm richtet sich direkt an Kinder, kann von diesen selbstständig durchgeführt werden und dient der Förderung der MZK im Kindergartenalter. Die Durchführbarkeit des Trainings wurde in einer kleinen Pilotstudie überprüft, die sich auf die Ermittlung technischer und inhaltlicher Probleme konzentrierte. Anschließend wurde das Trainingsprogramm in einem Prä-/Posttest-Experiment mit einer aktiven und einer passiven Kontrollgruppe in einer groß angelegten Hauptstudie evaluiert. Die passive Kontrollgruppe ging dabei ihrem normalen Kindergartenalltag weiter nach. Die aktive Kontrollgruppe nahm an einem digitalen Intelligenztraining teil. Dabei wurden insgesamt N = 197 Kinder erhoben (49,24 % weiblich) aus 22 Kindergärten. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde ein Anteil (12,69 %) der Experimental- und der passiven Kontrollgruppe online im familiären Setting analog zur Studie in den Kindergärten durchgeführt.
Generell zeigte sich ein positiver Einfluss des MZK-Trainings auf MZK, auf schriftsprachliche Vorläuferkompetenzen (Buchstabenkenntnis), Facetten der Intelligenz und auf Lernen aus Bildungsmedien (Fernsehen und Hörbuch) der Kindergartenkinder. Die Online-Erhebung im familiären Setting bestätigte diese Ergebnisse und stützte die Generalisierbarkeit der Trainingsdurchführung. Der Vergleich des MZK-Trainings mit einem Denktraining (aktive Kontrollgruppe) unterstreicht, dass es sich bei der MZK und der Intelligenz trotz eines gemeinsamen Kerns um unterschiedliche Fähigkeiten handelt und spezifische Trainingsprogramme für jede Fähigkeit notwendig sind.
Weitere im Laufe des Projekts durchgeführte Studien lieferten Evidenz dafür, dass bereits vierjährige Kinder dazu in der Lage sind, die emotionalen Zustände eines Filmprotagonisten zu erschließen. Außerdem zeigte sich, dass die MZK aufbauend auf einem generellen Symbolverstehen das Metaphernverstehen von Kindergarten- und Grundschulkindern befördert. Weitere Ergebnisse besagen, dass die MZK von Kindergartenkindern primär vom sozioökonomischen Status der Mutter, der Breite der Mediennutzung des Kindes sowie dem kulturellen Kapital und der kulturellen Praxis der familiären Umwelt beeinflusst wird. Ein lernförderndes häusliches Umfeld ist für die Entwicklung der MZK wichtiger als der sozioökonomische Hintergrund der Eltern. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Förderung der Medienkompetenz bereits im Kindergartenalter erfolgen sollte. Das entwickelte Training, das von den Kindern überwiegend eigenständig durchgeführt werden kann, ist nicht nur effektiv, sondern auch effizient und kann sowohl in Kindergärten als auch zu Hause eingesetzt werden. Angesichts der positiven Effekte des Trainingsprogramms sollten die gefundenen Effekte in zukünftigen Studien weiter untersucht werden.
Persistent Identifier
Date of first publication
2026-02-03
Publisher
PsychArchives
Citation
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DFG_Abschlussbericht_Projektnummer 408273961.pdfAdobe PDF - 443.94KBMD5 : 4cda9e371f7575d4fbbf3565366d992f
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Author(s) / Creator(s)Hunze, Marie Sophie
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Author(s) / Creator(s)Freudenberger, Franziska
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Author(s) / Creator(s)Gerigk, Yvonne
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Author(s) / Creator(s)Ohler, Peter
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Author(s) / Creator(s)Nieding, Gerhild
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PsychArchives acquisition timestamp2026-02-03T10:48:32Z
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Made available on2026-02-03T10:48:32Z
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Date of first publication2026-02-03
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Abstract / DescriptionDie Projektergebnisse liefern wichtige Beiträge zur Entwicklung der medialen Zeichenkompetenz (MZK), einer Vorläuferfähigkeit von Medienkompetenz, im frühen Kindesalter. Dafür wurde ein tablet-basiertes Trainingsprogramm entwickelt, bestehend aus 10 Lernspielen mit der pädagogischen Agentin „Kora Koala“. Das Programm richtet sich direkt an Kinder, kann von diesen selbstständig durchgeführt werden und dient der Förderung der MZK im Kindergartenalter. Die Durchführbarkeit des Trainings wurde in einer kleinen Pilotstudie überprüft, die sich auf die Ermittlung technischer und inhaltlicher Probleme konzentrierte. Anschließend wurde das Trainingsprogramm in einem Prä-/Posttest-Experiment mit einer aktiven und einer passiven Kontrollgruppe in einer groß angelegten Hauptstudie evaluiert. Die passive Kontrollgruppe ging dabei ihrem normalen Kindergartenalltag weiter nach. Die aktive Kontrollgruppe nahm an einem digitalen Intelligenztraining teil. Dabei wurden insgesamt N = 197 Kinder erhoben (49,24 % weiblich) aus 22 Kindergärten. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde ein Anteil (12,69 %) der Experimental- und der passiven Kontrollgruppe online im familiären Setting analog zur Studie in den Kindergärten durchgeführt. Generell zeigte sich ein positiver Einfluss des MZK-Trainings auf MZK, auf schriftsprachliche Vorläuferkompetenzen (Buchstabenkenntnis), Facetten der Intelligenz und auf Lernen aus Bildungsmedien (Fernsehen und Hörbuch) der Kindergartenkinder. Die Online-Erhebung im familiären Setting bestätigte diese Ergebnisse und stützte die Generalisierbarkeit der Trainingsdurchführung. Der Vergleich des MZK-Trainings mit einem Denktraining (aktive Kontrollgruppe) unterstreicht, dass es sich bei der MZK und der Intelligenz trotz eines gemeinsamen Kerns um unterschiedliche Fähigkeiten handelt und spezifische Trainingsprogramme für jede Fähigkeit notwendig sind. Weitere im Laufe des Projekts durchgeführte Studien lieferten Evidenz dafür, dass bereits vierjährige Kinder dazu in der Lage sind, die emotionalen Zustände eines Filmprotagonisten zu erschließen. Außerdem zeigte sich, dass die MZK aufbauend auf einem generellen Symbolverstehen das Metaphernverstehen von Kindergarten- und Grundschulkindern befördert. Weitere Ergebnisse besagen, dass die MZK von Kindergartenkindern primär vom sozioökonomischen Status der Mutter, der Breite der Mediennutzung des Kindes sowie dem kulturellen Kapital und der kulturellen Praxis der familiären Umwelt beeinflusst wird. Ein lernförderndes häusliches Umfeld ist für die Entwicklung der MZK wichtiger als der sozioökonomische Hintergrund der Eltern. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Förderung der Medienkompetenz bereits im Kindergartenalter erfolgen sollte. Das entwickelte Training, das von den Kindern überwiegend eigenständig durchgeführt werden kann, ist nicht nur effektiv, sondern auch effizient und kann sowohl in Kindergärten als auch zu Hause eingesetzt werden. Angesichts der positiven Effekte des Trainingsprogramms sollten die gefundenen Effekte in zukünftigen Studien weiter untersucht werden.de
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Review statusunknown
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Persistent Identifierhttps://hdl.handle.net/20.500.12034/17010
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Persistent Identifierhttps://doi.org/10.23668/psycharchives.21628
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Language of contentdeu
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Language of contenteng
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PublisherPsychArchives
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Dewey Decimal Classification number(s)150
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TitleTraining medialer Zeichenkompetenz im Kindergartenalterde
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DRO typereport